Muskelkrämpfe: Gründe und Gegenmaßnahmen

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Wenn die Muskulatur plötzlich krampft, ist das schmerzhaft und vor allem nachts extrem störend. Von krampfenden Muskeln um den Schlaf gebracht zu werden, möchte man sich natürlich am liebsten ersparen. Die gute Nachricht in Bezug auf solche Krämpfe ist: Mit den richtigen Sofortmaßnahmen dauern sie glücklicherweise in aller Regel nicht lange und außerdem stecken in der Mehrheit der Fälle vergleichsweise harmlose Ursachen dahinter. Dass Muskelkrämpfe von einer Erkrankung ausgelöst werden, ist eine sehr seltene Ausnahme.

Von plötzlichen Krämpfen kann im Prinzip die gesamte Muskulatur betroffen werden. Am häufigsten krampfen die Waden und damit die Muskulatur, die im Alltag mit am stärksten gefordert ist, aber auch Füße und Arme sind vergleichsweise häufig betroffen. Krampft ein Muskel, bedeutet das, dass er sich anspannt und zusammenzieht – und eben nicht mehr entspannt. Um den Muskel wieder zu lockern und schnell Abhilfe zu schaffen, sind vorsichtiges Dehnen und Wärme in aller Regel die besten Mittel. Auch bei Krämpfen „funktioniert“ aber nicht unbedingt jeder Mensch gleich. Es kann auch vorkommen, dass ein Krampf durch den Versuch, den Muskel zu dehnen, stärker wird. Bei manchen Menschen hilft es auch, den Muskel bewusst anzuspannen oder vorsichtig zu belasten – bei anderen macht es diese Vorgehensweise nur schlimmer. Man muss also möglicherweise ein wenig herumprobieren, um festzustellen, wie sich Krämpfe im persönlichen Fall am besten und schnellsten wieder lösen lassen.
Wärme lässt sich zum Beispiel anwenden, indem man den Muskel warm abduscht.
Wichtig ist in jedem Fall: Wenn der Krampf beim Sport oder allgemein während einer Bewegung auftritt, macht man direkt eine Pause, um den Muskel sofort zu entlasten.

Die häufigsten Ursachen für Muskelkrämpfe lassen sich relativ gut beheben und man kann wirksam vorbeugen. Ein Faktor ist die Überlastung des Muskels. Hat man sich tagsüber ungewöhnlich viel bewegt oder beim Sport härter trainiert, kann es später passieren, dass die Muskulatur krampft, weil sie ungewöhnlich stark belastet worden ist. Bei regelmäßigem Sport oder zumindest ausreichend Bewegung sind die Muskeln besser trainiert und entsprechend auch weniger schnell überlastet. Ein gesundes Maß an Bewegung beugt also auch Muskelkrämpfen vor.
Ein weiterer verbreiteter Grund ist der Mangel an Mineralstoffen, zum Beispiel Natrium, Kalzium, aber vor allem Magnesium. Auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Nährstoffen zu achten, sorgt also meistens auch für weniger Muskelkrämpfe. Gerade beim Sport verliert man durch Schwitzen zusätzlich Mineralstoffe. Nach dem Training und auch nach sonstiger ungewohnter Belastung sollte man den Mineralstoffhaushalt ausgleichen, damit die Muskeln später nicht krampfen. Das geht zum Beispiel durch isotonische Getränke oder auch eine kleine Menge Salz in einem Glas Wasser. Wenn absehbar ist, dass der Tag anstrengend wird, kann man mit einer Extraportion der entsprechenden Mineralstoffe der Muskulatur helfen. So ist es ratsam, schon beim Frühstück auf die richtigen Nährstoffe zu achten und für die Pausen entsprechende Zwischenmahlzeiten und Getränke mitzunehmen. Bananen enthalten zum Beispiel sehr viel Magnesium, auch Mandeln oder Cashewkerne sind hier ein guter Snack.

Übermäßiges Sitzen und eine ungünstige Position beim Schlafen können auch zu Krämpfen führen. Dabei leiden vor allem die Beine und deren Durchblutung. Eine ordentliche Durchblutung jedoch ist überaus wichtig, um die Muskulatur mit Sauerstoff und Mineralstoffen zu versorgen. Überstreckt man im Schlaf die Füße, kann es dadurch tatsächlich auch einmal zu einem Krampf kommen. Die Schuhe, die man tagsüber trägt, können ebenso eine Rolle spielen und sollten deswegen bequem sein und ein gutes Fußbett haben. Frauen sind hier besonders betroffen, denn die Haltung und die Belastung in High Heels begünstigen spätere Krämpfe in den Waden oder auch in den Füßen.

Gegen lästige Krämpfe helfen also in den allermeisten Fällen kleine Änderungen im Alltag. Wenn nichts hilft und man häufig mit krampfender Muskulatur zu tun hat, sollte man jedoch zum Arzt gehen, um die Ursache herauszufinden und eine Grunderkrankung feststellen oder ausschließen zu können.

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